Y wie Yves Chaland

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Der 1990 im Alter von nur 33 Jahren leider verstorbene französische Kultzeichner Yves Chaland, wurde am 03.03.1957 in Lyon geboren. Durch das Magazin "Spirou" und die Zeichner der "Brüsseler-" (Hergè, de Moor, Jacobs) und "Marcinelle-Schule" (Franquin, Morris, Tillieux) inspiriert, entstanden schon in seiner frühen Jugend die ersten von ihm gezeichneten Comics. Bereits mit 18 Jahren besuchte Chaland die Kunstakademie in St. Etienne. Der dortige Aufenthalt hätte ihn allerdings fast davon abgebracht, sich weiterhin intensivst mit dem Zeichnen von Comicstrips zu beschäftigen. Geprägt durch die Einflüsse der Akademie nahm sich Chaland vor, echte Kunst zu schaffen. Dieses Vorhaben legte er aber schnell wieder auf Eis und zeichnete mehrere Jahre Comicstorys, die nicht gerade für sonderlich viel positive Furore sorgten. Dies änderte sich schlagartig mit der Veröffentlichung der Geschichten um "Bob Fish", die eine neue Epoche der Zeichneravangarde einleitete. Weitere Höhepunkte seines Schaffens stellen die Stor ys mit "Freddy Lombard", "Klein Albert" und "Spirou" dar, welche man allesamt bezüglich ihres Stils, als Werke der "nouvelle ligne claire" bezeichnen kann. Typisch an ihnen ist der klassische frankobelgische Strich, der gepaart mit der Frechheit der 80er Jahre, sich in den letzten Chaland-Comics stets wiederfindet.

Obwohl Chaland es selbst wohl nie für möglich gehalten hat, dass man mit dem Zeichnen von Comics echte Kunst erschaffen könne, ist es ihm gelungen. Wäre Yves Chaland nicht an den Folgen eines tragischen Autounfalls gestorben, würde er wohl auch heute noch Comics zeichnen. Seine 1982 getroffene Aussage "Das Unverständnis meiner Leser gegenüber meinem Werk besztärkt mich in meinen Meinungen und ermutigt mich weiterzumachen!", unterstreicht nach Meinung der Comic Mafia diese These.