L wie Linie Claire

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Der Begriff Ligne Claire wird oft im Zusammenhang mit Comics einer ganz eigenen Art und Weise verwendet. Er steht für eine ganz spezielle Erzählweise und einen sehr spezifischen Zeichenstil, der von Hergè (Bürgerlicher Name: Georges Rèmi) geprägt wurde. Ins Leben gerufen wurde der Begriff Ligne Claire von dem Comic-Zeichner Joost Swarte. Comics, die man der Linie Claire zuordnet, zeichnen sich durch ihre gradlinige Erzählstruktur und ihre ständige Nachvollziehbarkeit aus. Text und Bild werden zu solch einer Einheit, daß die Sprechblasen nicht (wie sonst sehr häufig) die Aufgaben übernehmen müssen, die in den Bildern steckenden Informationen zu verdeutlichen. Innerhalb dieser einfachen Erzähltechnik kommt es beispielsweise nie zum Aufeinandertreffen unterschiedlicher Zeitebenen, weil diese den Leser verwirren könnten. Keine der in die Handlung eingebundenen Figuren blickt innerhalb der Geschichte plötzlich zurück oder träumt sich in eine andere Welt (wie z.B. oftmals in den Comics von Moebius). Ligne Claire, das sind klare Panels, eine strenge Linienführung, eingefrorene Bewegungen, die zu einer Art starren Ruhelosigkeit führen und lesbare Bilder, die überwiegend in Zentralperspektive gezeichnet wurden. Meister dieser Kunstform sind z.B.: Hergè (z.B. Tim und Struppi), Jacques Martin (z.B. Alix), Edgar Pierre Jacobs (z.B. Blake und Mortimer) und Rober de Moor (z.B. Barelli).